Ein toller Tag, früher Start und doch zu spät. Schon eine halbe Stunde eher hätten wir starten sollen. Eigenstart aus der Pfanne ohne Probleme und in 800 Metern über der Bitterwasser Lodge den Motor eingefahren. Der erste Schenkel Richtung Gamsberg geht sehr gut los. Richtung Pokweni sehen wir mit zwei Aufwinden im Blauen gerüstet die ersten Cumulanten am südlichen Rand der TMA Windhoek. Kurz vor Rehoboth ereichen wir diese gekennzeichneten Aufwinde und haben trotz der frühen Zeit schon einen Schnitt von 95 km/h geflogen. Langsam aber stetig bildet sich die Konvergenz Richtung Süden entlang der Namib Wüste aus. Roland und ich sind noch unentschlossen und fliegen zuerst am Gamsberg vorbei Richtung Norden. Bei 200 km auf Bitterwasser wenden wir im Regen und fliegen vorsichtig Richtung Süden ab. Die Thermik bis zum Gamsberg ist durch den Regen weitgehend tot. Mit etwas angespannter Haltung fliege ich vom vorderen Sitz, immer meine Entscheidungen rückversichernd bei Roland, der mit der Flugwegoptimierung beschäftigt ist. Etwa 25 Kilometer hinter dem Gamsberg, nach einer aufwindfreien Strecke, dann endlich unter einem schwarzen Vorhang 3,5 Meter Steigen intergriert. Es regnet stark,, aber wir bleiben im Aufwind mit 3,5 – 4 obwohl die Sicht durch den Regen nahezu vollständig weg ist. Das Steigen wird kurz unter der Basis schlechter und wir befreien uns vom Regen durch einen schnellen Abflug Richtung Süden. Vor uns sieht es sehr gut aus. Mit satten 5 Metern Steigen gehts an die Basis und Roland übernimmt die ASH. Jetzt fliegt Roland optimal unter den Wolken ohne einen Kreis ständig zwischen 4000 und 4700 Meter. Der Sauerstoff in leichten Dosen verabreicht hält uns wach und fit. Die ASH reagiert mit heftigen Flügelschlag auf die starken Aufwinde, ein beiendruckendes Bild. Nächster Wendepunkt Hellmringhausen 300 km südlich und wir verbessern unseren Schnitt auf 125 km/h. Schon bald wird klar, 1000 Kilometer sind heute möglich. Nachdem wir Meier 1 passiert haben fliege mal wieder ich und konzentriere mich den von Roland vorgelegten Schnitt zu halten. Die Aufwinde deutlich vor Augen gelingt es jedoch nicht eine gute Spur zu finden. Wir fallen mit 3 bis 4 Meter integriert immer tiefer, die Wolken wollen einfach nicht mehr saugen. Die Anspannung wird grösser, die Höhenmessernadel saust nach unten dann endlich , wenn auch zögerlich ein eindeutiger Druck im Sitz – eindrehen - zentrieren - und endlich wieder mit 3,5 bis 4 Meter in hoher Schräglage den Faden leicht nach aussen bei ständiger Arbeit am Knüppel und in den Pedalen wieder hoch auf 5000 Meter. Nach der Anstengung fliegt Roland erst mal weiter und ich nehme mir die Zeit ein paar Sequenzen für die neue Bitterwasser DVD aufzunehmen. Roland fliegt wieder meisterhaft unter den Wolkenaufreihungen der Konvergenz. Er nimmt harmonisch die Aufwinde mit und taucht Fahrt aufnehmend ab zur nächsten Wolke. Der Integrator deutet uns bei deiser Delfinade ständig Steigwerte von 4 – 5 Meter an. Bei 4200 Metern auf dem Höhenmesser zieht Roland den nächsten Aufwind mit, der Integrator überschreitet die 5 Meter und ich fordere Roland auf zu kreisen. Widerwillig dreht er rechts ein und stabilisiert auf 7,2 Meter bis zu Basis auf 5000 Meter. Weiter gehts mit einer berauschenden Geschwindigkeit bis kurz vor Bethanien. Ein Schenkel von 340 Kilometer mit einem Schnitt von 156 km/h. Quer ab Helmringhausen treffen wir Thomas Mosberger mit seinem Nimbus 4, mit dem wir in Bitterwasser gemeinsam gestartet waren und der scheinbar die gleiche Streckenführung gewählt hat. Nachdem wir noch einige Kilometer weiter südlich geflogen sind, drehen wir auf Höhe Bethanien und entscheiden uns wieder Richtung Norden zu fliegen, obwohl dort schon deutlich die Schirme der Überentwicklung zu sehen sind. Mit einem verückten Tempo nähern wir uns wieder dem Gamsberg. Roland und ich wechseln uns in kürzeren Intervallen ab um mit höchster Konzentration die beste Linie zu finden. Wir nehmen nur noch Aufwinde mit Steigwerten über 4 Meter an und erhöhen unseren Schnitt durch konstantes Geradeausfliegen erheblich. In etwa 100 Kilometer vor dem Gamsberg fliegen wir auf eine schwarze Wand zu . Ein letztes Mal auf diesem Kurs bis an die Basis auf 5000 Meter, dann Kurswechsel Richtung Ost Wendepunkt Aranos Pan. Von der Zeit her gibt das Winpilot Programm die Möglichkeit an über 1200 Kilometer zu fliegen. Wir fliegen weiter mit höchster Konzentration und ich kann wie schoon zuvor Roland einen Aufwind mit 7,2 Meter integriert zentrieren. Doch leider war dies der letzte gute Aufwind . Langes Gleiten, keine ansprechbare Thermik und lange Gesichter bei Roland und mir. Dann endlich nach 2000 abgeglittenen Metern ein zartes Steigen, was wir auf 2,5 Metern stabilisieren können. Also wieder die Kanülen in die Nasen, den Sauerstoff aktiviert und auf knapp 5000 Meter gestiegen. Jetzt übernimmt Roland wieder das Ruder und fliegt meisterhaft die letzten schwachen Aufwinde des Tages aus. Leider läuft uns die Zeit weg und wir müssen unseren Traum von 1200 Kilometer Segelflug aufgeben. 1180 Kilometer zeigen unsere Instrumente an. Im downwind treffen wir dann Thomas wieder der aus dem Norden kommt. Eine butterweische Landung auf der 09 left und deie 28 Meter Spaneweite hängen wieder traurig nach unten statt wie die letzten 8 Stunden 45 die Wingletts stolz in den Himmel zu strecken. Doch nach der Versorgung des Fliegers in unserem Bungalow die Super Überraschung. Strepla optimiert unseren Flug auf 1230 Kilometer. Was für ein Team Was für ein Flugzeug Roland Lindner und Erich Zanders auf einer ASH MB 28
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